
Bei unserem Oktobertreffen stellten wir uns die Frage, wie wir mit dem Kontaktabbruch leben können.
Wir trugen zusammen, was uns bis jetzt schon geholfen hat und stellten dabei fest, wieviele Hürden wir schon übersprungen haben.
Unser Selbstwertgefühl aus dem Keller zu holen, bedarf großer Kraft.
Da wir einen Neuzugang in der Gruppe haben, wurde es allen Betroffenen, die schon länger mit dieser Herausforderung zu tun haben bewusst, wieviele Emotionen sie in dieser Zeit begleitet haben und wie sie doch schon im Leben vorwärts gekommen sind, auch wenn der Schmerz des „Verlassenseins“ sich nicht ändert.
Auf jeden Fall ist es wichtig, nicht in der Schuldfalle stecken zu bleiben und zu erkennen, dass man alles nach bestem Wissen und Gewissen für das Kind getan hat.
Der Begriff „Vergebung“ fiel natürlich auch und jedem war klar, dass es ohne nicht geht. Gespräche mit Gott, sowie ein bekanntes Lied mitsingen, eine Kur absolvieren, ein gutes Buch lesen, Gemeinschaft halten, all das war uns Teilnehmern wichtig.
Aber wir sahen auch unseren Rückzug, das Alleinsein, das Grübeln…
Am Ende nahmen wir jede eine Karte mit der Aufschrift „Für eine Zeit wie diese“ in Empfang, um darauf in Ruhe und für uns ganz persönlich einmal aufzuschreiben, was uns bewegt.
Vielleicht erkennen wir dabei, was wir schon gelernt haben, was uns für unser Leben weiterbringt, so dass eine neue „Kellerstufe“ nach oben erklommen werden kann.
Text: Sigrid Lang

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