Thema Medien

An diesem Abend tauschten wir uns wieder einmal digital aus, was aber der Lebendigkeit keinen Abbruch tat.

Als Thema hat sich für uns die Medienlandschaft herauskristallisiert, denn es gibt immer mehr Leute aus diesem Bereich die sich für Betroffene eines „Kontaktabbruches“ interessieren. 

Die Fragen, die dabei entstanden, lauteten: Wie gehen wir damit um, was würden wir von unseren Erfahrungen weitergeben wollen und wie würden unsere Kinder, falls sie dies lesen oder sehen, damit umgehen? Würden wir mit einem „Outgoing“ alles nur noch schlimmer machen oder geht das eigentlich gar nicht mehr?

Haben wir ein Recht davon zu erzählen oder wäre es besser, alles mit sich selbst und einem Therapeuten auszumachen?

Wie gehen die Journalisten damit um? Gestalten sie es reißerisch oder einfühlsam, um auch anderen Betroffenen zu helfen?

Es war ein reger Austausch und es gab verschiedene Meinungen und Befürchtungen zu betrachten.

Doch, wie es auch zu erwarten war, kam kein Ergebnis zu Tage, denn ein Kontaktabbruch lässt sich nicht einfach in eine Schublade stecken.

Zum Abschluss lasen wir ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, was beruhigend auf uns wirkte:

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: Es ist in allen.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Auch wir fühlen uns in unserer Ohnmacht manchmal so, als ob wir fallen. Ob in ein tiefes Loch oder ob wir einfach das Gefühl haben festen Boden unter den Füßen zu verlieren.

Der letzte Abschnitt des Gedichtes kann helfen zu sehen, dass man in seinem Schmerz nicht alleine ist.

Text und Foto: Sigrid Lang

Hinterlasse einen Kommentar