Frau Tina Soliman besuchte unsere Gruppe als Autorin ihrer Bücher zum Thema „Kontaktabbruch“. Durch ihre jahrelange Erfahrung mit Begegnungen auf beiden Seiten, war sie für uns eine kompetente Ansprechperson.
Durch ihre Neutralität und Sachlichkeit, konnten wir ihr gut Fragen stellen und ihre Antworten wertfrei annehmen.

Viele unserer Betroffenen wissen nicht, warum der Kontaktabbruch passierte. Frau Soliman konnte etwas Licht in das Dunkel bringen, eben dadurch, dass sie mit vielen Kontaktabbrechenden Gespräche führte und dabei immer wieder erleben durfte, wieviel Ehrlichkeit und Vertrauen ihr entgegengebracht wurde.
Somit konnte sie uns auch Tipps für unser Verhalten geben, auch wenn wir dabei erst mal etwas konsterniert waren. Denn das Machtgefälle bei Kontaktabbruch fällt eindeutig aus und unser Empfinden, immer auf der Verliererseite zu stehen und uns als Bittsteller vorzukommen, hat uns in all den Jahren geprägt.
Dennoch lohnte es sich, genau zuzuhören, denn auch wir „Verlassenen“ haben unsere Aufgaben.
Ein großer Punkt ist, sich mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Dazu braucht es Raum, denn wenn verschiedenste Emotionen in einem Achterbahn fahren, ist dies nicht möglich.
Doch sollte der Zeitpunkt kommen, wo Akzeptanz und Distanz der Situation und der Person soweit fortgeschritten sind, um dies anzugehen.
Letztendlich ist es eine große Chance in seinem eigenen Leben „aufzuräumen“ um freier für Neues zu werden.
Dadurch ist es auch etwas mehr gebannt, nicht mehr in seine alten Rollenmuster (Vater/Mutter/Kind) zu fallen, sondern, wenn die Hoffnung sich erfüllt und wieder Kontakt möglich ist, sich auf Augenhöhe zu begegnen.
Nach wie vor eine große Herausforderung
Es ist, nach wie vor, eine große Herausforderung, mit dieser Verlassenheit umzugehen, so signalisierte Frau Soliman es uns immer wieder und ihre Empathie tat gut.
Das tägliche Üben des Loslassens und die Wahrnehmung des Anderen stehen lassen zu können, sind erstrebenswerte Ziele. Dies braucht mitunter eine sehr lange Zeit und wir als Gruppe wollen uns gegenseitig stützen, um nicht aufzugeben.
Wir danken Frau Soliman herzlich für Ihre Zeit und ihr Engagement. Man spürte, wie sehr es ihr am Herzen lag, uns in diesen zwei Stunden mit all ihren Möglichkeiten so zu begegnen, dass wir gestärkt in unseren Alltag zurück konnten.
Text Sigrid Lang

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