Schwester Rita-Maria führte uns in das Thema ein. Wir hielten eine kleine Rückschau zu unserem letzten Treffen und begutachteten nochmals einige Aussagen von Frau Tina Soliman.
Schwester Rita-Maria stellte uns die Frage, wo wir schon einmal im Leben durch große Schwierigkeiten mussten und was uns damals geholfen hat.
Kommen wir gut durch eine Not stärkt das unseren Resillienzanteil und somit sind wir für neue Herausforderungen gestärkter.
Im Austausch wurde erneut von körperlichen Schmerzen erzählt, die verstärkt am Anfang eines Kontaktabbruches auftreten.
Anschaulich wurde dies mit einer Bildbetrachtung der Skulptur „Trauende Mutter“. Auch die Väter fühlten sich angesprochen und jeder ging mit diesem Bild für ca. 15 Minuten in die Stille.
Beim darauffolgenden Austausch haben wir festgestellt, wie jeder sich, auf seine Art und Weise damit identifizieren kann.
Von Betroffenen, die schon über Jahre mit Kontaktabbruch zu tun haben, kam die Aussage, dass sich manche Fessel doch gelockert hat oder es Zeiten gibt, wo man in seinem Leben wieder etwas mehr Freiheit spürt.
Zum Abschluss bekamen wir ein Gebet, dass wir, mit einem Seufzer voller Hoffnung, vor Gott legen können.
„Sehnsucht ist unsere größte Kraft“. Mit diesem Satz ermutigte uns Schwester Rita-Maria.
Denn somit ist unsere Sehnsucht nach Kontakt zu unseren Kindern eine Kraft, die uns im Alltag tragen kann.
Sigrid Lang
Gefangen im Leid
gebeugt
sitze ich da
spüre die Fesseln
die verhindern
die Freiheit zu ergreifen
– Gott –
du sprengst Mauern
lässt auf dürrem Boden
Hoffnung nicht vertrocknen
ich bitte dich
löse meine Fesseln
dass ich
mein Leben
wieder schmecke
Sigrid Lang


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