Schwester Rita-Maria gab uns Impulse, die zu einem regen Austausch führten, denn alle hatten dazu etwas zu sagen. Es ging dabei um unsere, teils sehr schweren Lebensrucksäcke, die auf unseren Schultern lasteten.
Die Prägungen unserer Herkunftsfamilien kann man nicht einfach übersehen oder über Bord werfen. Sie müssen angeschaut und bearbeitet werden. Oftmals blieb die mütterliche Fürsorge verbunden mit Liebe sehr im Hintergrund, was der damaligen Zeit mit den besonderen Umständen geschuldet war.
Unsere Mütter waren zum großen Teil Kriegskinder oder zumindest Kriegsenkel, was nicht spurlos an ihnen vorüberging.
Es wurde teilweise erkannt, dass man diese Lücke der fehlenden Fürsorge mitunter in das Gegenteil kippte und Liebe und Fürsorge im Übermaß an unsere Kinder weitergegeben wurde.
Eine Kompensierung, die gut gemeint war, aber nicht unbedingt gut ankam. Die eigenen Schwächen und Verletzungen gilt es anzuschauen um selbst Heilung zu erfahren.

Text und Bild Sigrid Lang

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