BUCH
Das bleibt in der Familie
Sandra Konrad / Piper

Dieses Buch von Sandra Konrad ist mir in einer Buchhandlung geradezu ins Auge gehüpft. Ich befand mich damals am Anfang meiner Krise, der Kontaktabbruch meiner Kinder war etwa ein Jahr her, und ich suchte nach Antworten und Erklärungen. Ich wollte wissen, was ich falsch gemacht habe, was mein Beitrag dazu war, dass meine Kinder nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Das Buch war der Beginn meiner Arbeit an mir und meiner Geschichte, meiner Vergangenheit und meiner Zukunft. Es half mir bei der Aufarbeitung meiner Schuldgefühle. Ich fing an, darüber nachzudenken, warum ich so geworden bin wie ich bin und was ich davon weitergegeben habe, an meine Kinder, an die Menschen in meinem Umfeld.
Schon im ersten Kapitel beschreibt Sandra Konrad die Macht der Familie, die man in sich trägt in seinen Genen und Erinnerungen, in den verinnerlichten Botschaften, wie die Welt ist und wie man selbst sein soll. Man ist durch sie geprägt und durch Liebe und Loyalität an sie gebunden – über Jahrzehnte, Kontinente, Generationen, sogar über Kontaktabbrüche und den Tod hinaus. Sie erzählt, wie Erwartungen der Eltern die Kinder beeinflussen, wie Familiengeheimnisse belasten und traumatische Erfahrungen an Kinder und Enkelkinder weitergegeben werden.
Auch, wie es möglich ist, wenn wir uns mit unserer persönlichen Vergangenheit befassen, sich aus dieser Last zu befreien und das Erbe anzunehmen.
Ich habe das Buch schon mehrmals gelesen und lerne mich dadurch selbst besser kennen. Durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit habe ich Verständnis erlangt, kann nachsichtiger mit mir sein und mir verzeihen.
Ich würde das Buch weiterempfehlen.
Text: Mitglied unserer Selbsthilfegruppe

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